Carolina Reaper
Die Schärfste Chili der Welt

Carolina Reaper (engl. für "Sensenmann aus Carolina"), ist die mit Abstand schärfste Chilisorte der Welt und wurde in den USA gezüchtet. Dabei wird die Schärfe in Scoville oder in SHU (Scoville Heat Unit) gemessen und gibt letztendlich Aufschluss darüber, wie viel Capsaicin sich in der Chilischote befindet. Je mehr davon, desto schärfer schmeckt die Chili. Eine milde Jalapeno hat gerade mal 3.000 Scoville, während chemisch reines Capsaicin um die 16 Millionen Scoville hat. Im Durchschnitt haben die Schoten der Carolina Reaper einen Wert von gewaltigen 1.569.300 Scoville, manche Exemplare erreichten sogar 2,2 Millionen Scoville. So hohe Werte wurden jedenfalls von der Winthrop University in South Carolina bestimmt, woraufhin die Carolina Reaper im Jahre 2013 vom Guinness-Buch der Rekorde zur schärfsten Chili-Sorte der Welt gekürt wurde. Die vormals schärfste Chilischote der Welt, die Trinidad Moruga Scorpion, brachte es nämlich nur auf durchschnittlich 1.463.700 Scoville.

Entstehungsgeschichte

Über die botanischen Eltern der Sorte herrscht keine absolute Gewissheit aber es wird behauptet, dass es sich um eine Kreuzung zwischen einer indischen Naga-Variante und einer roten Habanero handelt. Ed Currie, der Züchter Carolina Reaper, wird aber wahrscheinlich Niemanden auf die Nase binden, welche Sorten er da genau miteinander gekreuzt hat. Denn als Besitzer der PuckerButt Pepper Company, eine Firma die sich auf Chilis spezialisiert hat, bietet er seine Schöpfung natürlich auch zum Verkauf an. Man kann dort Samen, Soßen, Extrakte, Salsas, Jerky und sogar T-Shirts mit der feurigen Frucht kaufen. Schon seit den 90ern züchtet Ed Currie Chilis in South Carolina. Das feuchte, tropische Klima, mit viel Sonne und Wärme, ist geradezu ideal dafür. Auf die Idee kam er ursprünglich, nachdem er über eine Studie gelesen hatte, wonach Chilis womöglich vor Herzerkrankungen und Krebs schützen können, beide Erkrankungen sind in Curries Familie weit verbreitet. Für sein anfängliches Hobby nutzte er nicht nur jeden Quadratzentimeter seines eigenen Heimes, sondern dehnte seine Aktivitäten auch auf die Gärten seiner Freunde und Verwandten aus. Dabei widmet er sich besonders der Züchtung neuer Sorten und unter seinen Experimenten zählen zu den schärfsten der Welt. Die Carolina Reaper ist der krönende Abschluss dieser Bemühungen.

Charakteristisch für die Schoten sind ihre schrumpelige Haut und ein kleiner Zipfel, der am unteren Ende herausragt, ähnlich wie bei der Trinidad Moruga Scorpion, nur ausgeprägter. Ansonsten haben die Schoten, mit einer Länge von 3 bis 5 cm, eine ähnliche Größe und Gestalt wie andere Naga-Sorten. Sollte man in der Lage sein, eine solche Schote zu essen, dann wird man von der Geschmacksvielfalt überrascht sein. Denn die Carolina Reaper ist nicht nur irrsinnig scharf, sondern bietet auch eine fruchtige Süße, manche berichten sogar von zimtartigen Noten und einem Hauch von Schokolade. Allerdings sollte man, eben genau wegen der irrsinnigen Schärfe, sehr genau überlegen, ob man das am eigenen Leib ausprobieren möchte. Die Schoten kann man leider nicht einfach im Laden kaufen. Selbst im Versandhandel sind sie, selbst zur Erntezeit, nicht immer als Frischware zu bekommen, denn die Nachfrage ist groß und die Anzucht langwierig und voller Tücken. Aber wenn man sie nicht frisch bekommt, kann man es ja erstmal mit einer Soße probieren.

Soßen mit Carolina Reaper

Denn natürlich muss eine so überragend scharfe Chilisorte auch zu Soßen, Salsas und Extrakten verarbeitet werden. Solche Produkte werden nicht nur von der PuckerButt Pepper Company hergestellt und vertrieben, sondern auch von diversen anderen Firmen. Namen wie „End of Sanity“, „Ass Kickin' Carolina Reaper Hot Sauce“ oder „Foo Foo Mama Choo“ lassen schon erahnen, dass es sich dabei um keine gewöhnlichen Soßen handelt. 

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Bei der Zubereitung tragen die Mitarbeiter der PuckerButt Pepper Company jeweils 2 Handschuhe übereinander, denn das Chili-Öl frisst sich bereits nach 15 Minuten durch die erste Lage hindurch. Derart scharfe Soßen sind daher auch nichts für Gelegenheitsgenießer und sollten nur mit äußerster Vorsicht verkostet werden. Selbst ein einziger Tropfen ist für die meisten Menschen schon mehr als genug.  Man sollte sich auch nicht von der Flaschengröße täuschen lassen, denn ohne eine stählerne Zunge hält selbst die kleinste Flasche für eine lange Zeit. Wer selber mal Soßen aus diesen Chilis kochen möchte, hat die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Rezepte, angefangen bei den herben Louisiana-Style-Varianten bis hin zu süßen BBQ-Soßen. Egal für welche Richtung man sich entscheidet, scharf wird die Soße auf jeden Fall. Daher sollte man beim Kochen und Würzen immer vorsichtig sein. Die Dämpfe sind vielleicht nicht ganz so scharf wie die Schoten selbst, können einem aber dennoch die Tränen in die Augen treiben und starken Hustenreiz auslösen.

Carolina Reaper selbst anbauen

Möchte man die Carolina Reaper lieber selber anbauen, dann gibt es hierzu einiges zu beachten. Erst einmal findet man auch die Samen nicht einfach so im Geschäft, dafür aber im Versandhandel. Selbst wenn man weiß, wo man sich Samen besorgen kann, benötigt man Menge Vorplanung. Den die meisten superscharfen Chili-Sorten brauchen bei der Anzucht mehr Zeit und die Carolina Reaper ist da keine Ausnahme. Es dauert mitunter einen Monat und länger, bis die Samen anfangen zu Keimen. Man kann dem ganzen etwas auf die Sprünge helfen, indem man die Samen über Nacht einweicht, bevor man sie aussät. Dadurch wird die harte Samenschale aufgeweicht und die Keimlinge haben es so leichter, das Licht der Welt zu erblicken. In jedem Fall ist die Temperatur ein wichtiger Faktor für den Erfolg und man sollte dafür sorgen, dass die Samen beim Keimen konstant bei Temperaturen zwischen 26-28 °C warm gehalten werden. Zusätzlich müssen sie feucht gehalten werden, ohne dass sich Staunässe bildet.

Da es sich bei den Pflanzen um tropische oder sogar subtropische Pflanzen handelt, muss man die Anzucht oft in einem speziellen Gewächshaus, Wintergarten oder in den eigenen vier Wänden beginnen. Unsere Breitengrade sind nämlich einfach zu kalt. Carolina Reaper wachsen recht langsam heran, so wie viele andere superscharfe Sorten auch. Daher kann es erforderlich sein, die Anzucht sehr früh zu beginnen. Die Pflanzen bevorzugen eine leicht saure Erde (mit einem PH-Wert von etwa 6,5), welche reich an Kompost ist. Durch den Kompost kann eventuell überschüssiges Wasser gut abfließen, was Staunässe verhindert, gleichzeitig wird aber auch ausreichend Feuchtigkeit zurückgehalten, damit die Erde nicht zu sehr austrocknet. Als Dünger eignet sich wiederum Kompost, man kann aber auch mineralische Dünger, mit relativ geringem Stickstoffanteil, verwenden. Wie etwa 5-10-5 oder 10-10-10 Mischungen.

Ins Freie sollte man die Pflanzen erst dann bringen, wenn sie eine Größe von mindestens 15 cm erreicht haben und keine Frostgefahr mehr besteht. Für beste Ergebnisse sollte man allerdings warten, bis es draußen wärmer geworden ist. Temperaturen von tagsüber 20 °C wären für den Anfang sehr gut, aber viel wichtiger ist, dass es in der Nacht nicht kälter als 10 °C werden. Es lohnt sich daher meistens nicht, die Pflanzen direkt in die Erde zu pflanzen, obwohl dies den Wurzeln gut tun würde. Kübelpflanzung ist in unseren Breitengraden die bessere Wahl, da man so sehr leicht die Pflanzen auch wieder ins Innere bringen kann, falls es doch mal wieder kälter wird.  Wie bereits angedeutet brauchen die Wurzeln aber jede Menge Freiraum. Kübel unter 12 L sollten erst gar nicht in Betracht gezogen werden. Besser wären hier sogar über 20 L, damit man auch wirklich produktive Pflanzen heranzieht. Es dauert ungefähr 130 - 150 Tage bis die Pflanzen ausgewachsen sind. Nachdem sich die ersten Schoten gebildet haben, dauert es dann noch einmal mindestens 90 Tage, bis die Chilis reif sind. Das ganze hängt natürlich auch von den Wetterbedingungen ab. Sind diese schlechter, dann kann es auch etwas länger dauern. Wie man sieht ist die Anzucht also nicht leicht, aber als Belohnung erhält man immerhin auch die schärfsten Chilischoten der Welt.

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